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Inhaltsverzeichnis

Konsens und Basisdemokratie

Theoretischer Überbau zur Konsensfindung

Basisdemokratie und damit auch Plena erfordern ein hohes Maß an Selbstdisziplin!

Sinn des Konsens: Alle Meinungen werden berücksichtigt, gemeinsame Entscheidungen, alle stehen dahinter, niemand wird überstimmt.

Das heißt aber auch, dass sich jeder seine Vetomacht bewusst sein muss und diese nicht unüberlegt einsetzt (vgl. Selbstdisziplin & Selbstreflexion). Ein Beispiel: Ist es sinnvoll den Konsens über eine Weiterbesetzung zu blockieren wenn ich erst seit 2 Stunden da bin und mich im vgl. zu vielen Anderen, welche seit Tagen gemeinsam diskutieren, nur geringfügig mit dem Thema auseinandergesetzt habe?

Konsensdefinition

Hier noch eine kleine Konsensdefinition (es gibt auch deutlich ausführlichere mit deutlich mehr Abstufungen):
Konsens 1. Klasse: alle sind einer Meinung
Konsens 2. Klasse: die meisten sind einer Meinung, einzelne nicht, sie haben aber nichts dagegen
Konsens 3. Klasse: die meisten sind einer Meinung, einzelne finden es nicht richtig, wollen aber die Sache nicht blockieren

(Es ist wichtig sich diese Abstufungen klar zu machen, um nicht alles totzudiskutieren und am Ende mit leeren Händen dazustehen.)

Konsensfindung

Zur konkreten Konsensfindung:

5-stufiges Konsensverfahren

  1. Thema, Problemstellung deutlich machen
  2. Informationen sammeln (für alle sichtbar z.B. auf einem Plakat)
  3. Beschluss-Vorschläge machen (für alle sichtbar z.B. auf einem Plakat)
  4. Diskussion
    1. der erste Vorschlag wird verändert
    2. evtl. entstehen Alternativ-Vorschläge
  5. Stimmungsbild
    1. Diskussion kann beendet werden, weil alle einig sind
    2. Leute, die noch nicht zustimmen werden gefragt warum, es wird versucht ihre Einwände mit aufzunehemen
  6. Konsens - keine Vetos? keien Einwände?
    1. falls doch Vetos kommen --> 3.

Basisdemokratie, Selbstverwaltung und Anarchismus

Viel ausführlicher und wirklich zu Basisdemokratie (nicht nur zum Konsensverfahren) hier ein weiterer Text:

Was ist eigentlich Basisdemokratie, Selbstverwaltung und Anarchismus?

Orientiert an „Freiheit pur“ von Horst Stowasser
Der flüssigeren Lesbarkeit zuliebe wird auf Gendering verzichtet und dafür einfach die Geschlechterformen (ungefähr) abgewechselt. „Metzger“ heißt also nicht männlicher Metzger, „Ärztin“ nicht weibliche Ärztin.

Basisdemokratie

Demokratie

»Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber«
– Volksweisheit –

EIGENTLICH IST SCHON DAS WORT DEMOKRATIE eine Zumutung. ›Demokratie‹ heißt ›Volksherrschaft‹. Herrscht irgendwo ›das Volk‹? Natürlich nicht, bestenfalls darf das Volk Menschen wählen, von denen es sich beherrschen lässt. Und selbst die bekommt es vorsortiert angeboten.
Eine wirkliche Demokratie wäre, wenn das ganze Volk über das ganze Volk herrschte, also jeder Mensch jedem anderen genauso viel zu sagen hätte, wie er sich von anderen zu sagen lassen hat. Das ist entweder Unsinn oder das Ende der Herrschaft von Menschen über Menschen.

Da Menschen aber unterschiedliche Meinungen haben, kann (solch eine) Demokratie in einem Staat nicht funktionieren, es sei denn, eine Meinung setzte sich durch und unterdrückte viele andere. Genau das aber ist in unseren ›Demokratien‹ der Fall. Der Unterschied zwischen Diktaturen und Demokratien besteht genau besehen darin, dass in ersteren eine Minderheit die Mehrheit und in letzteren eine Mehrheit zahlreiche Minderhei¬ten unterdrückt. Beides aber ist eine Herrschaft einiger über viele, also eine Oligarchie und keine Demokratie – auch, wenn sich die Herrschenden ihre Herrschaft von einer Mehrheit legitimieren lassen.
Weil aber Menschen verschiedene Meinungen haben, die sich eben nicht in „einer Ge¬sellschaft“ unter einen Hut bringen lassen, ist Demokratie – die Herrschaft aller über alle – entweder nur in kleineren Gruppen möglich oder gar nicht. Ein Netz kleiner Gruppen, eine Föderation verschiedener Gesellschaften aber ist nichts anderes als Anarchie (s.u.).
Wirkliche Demokratie ist also entweder an-archisch (ohne Herrschaft) oder unsinnig.
Nun wissen wir ja alle, dass man bei uns unter ›Demokratie‹ etwas ganz anderes versteht, nämlich das parlamentarische System. Die meisten Menschen halten es für das beste aller Systeme. Zugegeben, es gibt schlechtere. Aber hier geht es nicht um die Frage, wie viele Men-schen sich in der ›parlamentarischen Demokratie‹ ziemlich wohl fühlen weil nichts besseres zur Hand ist, sondern darum, dass der Parlamentarismus im genauen Sinne überhaupt keine Demokratie ist. Warum wohl wehren sich Politiker so wortreich gegen die einfachsten Formen unmittelbarer Demokratie wie Volksbegehren oder Volksentscheid? Vor allem, weil der Staat ein Selbstzweck ist und seine Existenz gegen jede Konkurrenz verteidigen muss.

Könntet ihr euch vorstellen in eurer Clique oder eurem Freundeskreis eine Präsidentin, Premierministerin oder einen Kanzler zu wählen? Oder ein Parlament, das ohne euer Zutun entscheidet, wie z.B. das Wochenende gestaltet wird? Sicher nicht. Wenn jemand etwas anderes tun will als die andern, dann würde doch niemand aus dem Freundeskreis ihm das verbieten wollen. Die Clique würde sich einfach für diesen Abend trennen.
Spaltung vor Unterwerfung wäre also die Priorität. Solange alle Individuen der Gruppe dennoch ihre Bedürfnisse befriedigt sehen, ist das überhaupt kein Problem, ganz im Gegenteil. Was aber passiert, wenn eine Person, mit der du unbedingt zusammen sein willst, den Abend anders verbringen möchte als du?
Ihr werdet euch natürlich einigen und einen Kompromiss finden.


Die Basis

Nachdem der oft fälschlich gebrauchten Begriff „Demokratie“ nun enttarnt ist, ergibt sich die Bedeutung von „Basisdemokratie“ fast schon von selbst. Die Basis, also die „unterste Ebene“, das Fundament, wird im Falle oben geschilderter Gleichberechtigung von allen gebildet. Es gibt nur eine „hierarchische“ Ebene, weil es keine Hierarchie gibt. Eine eigene, andere Bedeutung bekommt „Basisdemokratie“ in einer hierarchisch strukturierten „Demokratie“ (z.B. Volksentscheide) oder wenn in gleichberechtigten Gemeinwesen Delegierte zur Vernetzung verschiedener Gruppen bestimmt werden müssen. Bei Letzterem ist es die Basis, welche diesen ein imperatives Mandat verleiht.
In einer einzelnen Gruppe mit einer Vollversammlung sind Basisdemokratie und echte Demokratie (s.o.) dasselbe.

(Basisdemokratische) Selbstverwaltung nach dem Konsensprinzip

»Der Grundirrtum [...] ist die Annahme, Organisation sei ohne Autorität nicht möglich.«
- Errico Malatesta -

Verwaltung lässt sich in drei Kategorien unterscheiden:
a) Fremdverwaltung, d.h. Monarchie, Diktatur
b) Stellvertreterinnenverwaltung: gewählte (Stell-)Vertreter verwalten meine bzw. unsere Angelegenheiten, z.B. im Parlamentarismus
c) Selbstverwaltung: ich verwalte meine Angelegenheiten selbst, wir verwalten gemeinsame Angelegenheiten gemeinsam.
Was heißt es, wenn ein Projekt (z.B. ein Gebäude) selbst verwaltet wird?
Selbstverwaltung ist Bürokratiefeindlich. Es gibt keinen gesonderten „Verwaltungsapparat“, sondern ich, du, er und sie verwalten unser Projekt gemeinsam. Niemand kann in eine höhere Position gewählt werden, sei diese nun politischer oder administrativer Art. D.h. jede ist an allen Entscheidungen beteiligt. Dieses Vorgehen ist logisch, wenn sich eine Gruppe keine politisch-systemische Struktur geben kann oder möchte. Die Grundidee des Funktionierens der basisdemokratischen Selbstverwaltung ist, dass mehrere Menschen die das selbe Ziel haben und ihrer gegenseitigen Hilfe zur Erreichung dieses Ziels bedürfen, sich einigen werden. Abstimmungen und Wahlen haben wir nicht nötig, da wir mittels Diskussion Kompromisse finden werden, die niemanden übergehen.
Deshalb wird nach dem Konsensprinzip gearbeitet.
Das Treffen auf dem sich alle austauschen nennt man (Groß-)Plenum oder Vollversammlung. Eine gemeinsame Entscheidung, die von allen mitgetragen wird, nennt man Konsens.
Im Großplenum sollte eine mind. zweiköpfige Diskussionsleitung bestimmt werden, die am besten mit dafür ausgebildeten Erfahrenen besetzt werden sollte.
An der Arbeit und den detaillierten Diskussionen, zu jeder einzelnen Frage/Aufgabe , kann in größeren Gruppen nicht jeder beteiligt sein, das ist organisatorisch und zeitlich oft nicht möglich. Außerdem verleitet die partielle Anonymität größerer Gruppen eher dazu, inhaltlich weniger zielführend Beiträge (z.B. Wiederholungen, belangarme Detailfragen, etc.) beizusteuern.
Es macht also Sinn, Arbeitsgruppen zu bilden, die dem Großplenum ihr Erarbeitetes präsentieren und ergänzen lassen, bevor es im Großplenum zur Diskussion und Entscheidung kommt. (Ähnlich Referatsgruppen in der (Hoch-)Schule, macht aber mehr Spaß!) Jede AG arbeitet gänzlich transparent. Jede kann an jeder Arbeitsgruppe teilnehmen, diese wechseln, parallel in verschiedenen mitarbeiten, je nachdem wie viel sie sich individuell zutraut.

Dabei gilt es vor allem darauf zu achten, dass sich keine informellen Hierarchien einschleichen. Es gibt immer Teilnehmerinnen, die mehr machen, besser informiert sind oder redegewandter sind als andere. Wer kocht ist aber nicht weniger wertvoll, als jemand der Pressemitteilungen verfasst.
Die Selbstverwaltung läuft ideal, wenn jede über alles bescheid weiß und jede anfallende Aufgabe bearbeiten kann.

Vor allem in Kleingruppen muss auch Platz für persönliche Unsicherheiten und Ängste sein, besonders bei Projekten bei denen mit massiver staatlicher Repression gegen die Beteiligten zu rechnen ist. Wenn persönliche Zweifel übergangen werden, ist nicht nur die Stabilität der Gemeinschaft in Gefahr, auch Arbeit und Diskussion können sich durch „Unsicherheits-Vetos“ endlos ziehen. Von mitmenschlichen Erwägungen einmal ganz abgesehen.
Eine spezielle Form der Arbeitsgruppe ist die Konsensfindungsgruppe. Wenn einzelne im Großplenum sich nicht einigen können, sollte diese Diskussion von den Betreffenden außerhalb des Plenums ausgetragen werden. In der persönlicheren Atmosphäre einer kleineren Gruppe ist es meist einfacher einen Kompromiss zu finden. Ein weiterer Vorteil ist, dass in Konsensfindungsgruppen sich in der Regel die Menschen mit einem Thema beschäftigen, denen dieses wichtig erscheint.
Wenn doch einmal kein Konsens gefunden werden kann, gibt es 3 Möglichkeiten:
1. Das Problem bleibt ungelöst
2. Bei zeitlich drängenden, essentiellen Fragen kann doch abgestimmt werden, aber nur wenn vorher Konsens pro Abstimmung besteht.
3. Es kommt zur Spaltung.
Letzteres ist bei Projekten, bei denen es auf jeden ankommt meist nicht möglich.

Nun könnte man anführen, dass eine solch idealistische Herangehensweise zum Scheitern verurteilt sei (was meist bei Variante 3 der Fall ist). Abgesehen davon, dass es Tausende Beispiele verschiedener Größenordnungen gibt, bei denen basisdemokratische Selbstverwaltung bestens funktioniert (s.u.), muss noch Folgendes eingestanden werden. Bei einer Kultur der Mehrheitsentscheidung mittels Abstimmung findet eine Spaltung bei jeder Fragestellung statt. Einmal überstimmt, stehen die Minderheiten nicht mehr mit vollem Einsatz hinter der Sache.
Basisdemokratische Selbstverwaltung ist also nicht nur eine pragmatisch logische Herangehensweise, sondern auch eine höchst effiziente ,wenn Entscheidungsprozesse auch manchmal langwierig scheinen. Sie ist unsere größte Stärke und hat sich bisher als alternativlos gezeigt. Wenn noch bedacht wird, dass alle Regeln freiwillig gesetzt und jederzeit veränderbar sind, kann sie auch als moralisch überlegene Ordnung angesehen werden, die individuelle Willensbildung und Mündigkeit fördert und fordert.


Und was hat das alles mit Anarchie zu tun?

»Anarchisten bekämpfen keine Menschen, sondern Institutionen.«
- Buenaventura Durruti –

Anarchie ist doch Terror, Chaos und Gewalt?! Oder? Anarchie – ein Wort, das von jeher Schrecken und Gruseln ausgelöst hat, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als faszinierende Wundertüte. Sie will das »brutale Chaos« unserer Gesellschaft durch das »sanfte Chaos« vernetzter horizontaler Gesellschaften ersetzen, in der die Herrschaft von Menschen über andere Menschen und die Natur sinnlos wird. (An archia: griech. ohne Herrschaft)
Wusstest du, dass es im 20. Jahrhundert bereits große, funktionierende anarchistische Gemeinwesen gab, ganze Länder umfassend, mit Großstäd¬ten, Dörfern und Industrie, in denen von der U-Bahn über die Milchwirtschaft bis hin zum Schulwesen eine moderne Massengesellschaft nach an-archischem Muster funktionierte? Oder war dir bekannt, dass es anarchistischen Guerillaarmeen in den 1920er Jahren gelang, riesige Landstriche zu befreien, um in ihnen den Aufbau einer Gesellschaft in freier Selbstverwaltung zu versuchen? Kein Mensch ahnt heute, dass das Mittel des ›zivilen Unge¬horsams‹, das Kolonialmächte in die Knie zwang und Regierungen stürzte, voll und ganz in der Tradition des gewaltfreien Anarchismus steht. Und wer weiß schon, dass es Anarchisten waren, die vor über siebzig Jahren bereits einen Sechsstundentag in der Schwerindustrie erkämpften?


Anarchismus (die Vorstellungen des Zustandes der Anarchie) bezeichnet ein Sammelbecken von Ideen, die die Behauptung gemeinsam haben, dass die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen in selbstorganisierten Initiativen besser befriedigt werden können als vom Staat oder von kapitalistisch organisierten Unternehmen. Die Vielfalt – und z.T. auch Widersprüchlichkeit - der Ideen ist, anders als bei (anderen) Ideologien, keine Schwäche, sondern Quelle eines ständigen Entwicklungsprozesses. Kompromisse und überhaupt alles muss auf Freiwilligkeit beruhen. Revolution bedeutet daher nicht vordergründig bewaffneter Kampf, sondern vielmehr die Schaffung einer Parallelgesellschaft zum Staat, die sich aufgrund ihrer offenkundigen Vorzüge durchsetzt. Die anarchistische Revolution ist also keine, die beginnt und endet. Sie ist ständig im Gange, mal mehr mal weniger, im Leben einzelner und in Gemeinschaften, oft ohne dass die Betreffenden sie so nennen. Anarchismus ist keine politische Ideologie, sondern eine Art zu leben, eine Lebensweise. Frei, unkontrolliert, selbstbestimmt und selbstbewusst mit Respekt für sich selbst und andere.
Beim Anarchismus geht es nicht vorrangig um Erfolg, vielmehr um Wahrheit und Freiheit und vor allem um dich und mich. Das Argument, dass „es doch nicht funktioniert“ ist also nebensächlich. Es spielt höchstens für die persönliche Motivation eine Rolle, nicht aber für die Idee an sich. Anarchismus funktioniert natürlich dann nicht, wenn man nicht will, dass er funktioniert, wie bei allem im Leben. Seine Kritiker werden zu ihrem eigenen Argument. („Wenn nicht alle mitmachen [d.h. frei leben wollen] funktioniert Anarchie nicht. Deshalb mache ich nicht mit.“)
Anarchismus sieht als unveränderbar nur das an, was tatsächlich für Menschen unveränderbar ist. Die Schwerkraft, die Drehung des Sonnensystems, unsere Sterblichkeit usw.. Heute werden oft Dinge als gegeben hingenommen, die von Menschen erdacht und eingeführt wurden. Regierungen, Nationalitäten, Polizei, Hierarchien, Kapitalismus und Geld generell und selbst Geschlechterrollen sind nichts als allgemein verbreiteter Glaube.
Wenn ich nicht an Gott glaube, hat die Idee „Gott“ keine Befehlsgewalt über mich.
Wenn ich nicht an Nationalitäten glaube, ist meine Nationalität nichts als ein seltsamer Vermerk in meinem Personalausweis. Wenn wir nicht daran glauben, existieren sie nicht.
Wenn ich nicht an die Polizei glaube, sind Polizisten nur freiheitsberaubende bewaffnete Schläger. Wenn wir nicht an die Polizei glauben, existiert sie nicht.
Wenn ich nicht an Hierarchien glaube, ist mein Chef nur ein selbstverliebter, größenwahnsinniger Spinner. Wenn wir nicht an Hierarchien glauben, gibt es keinen Chef.
Der Glaube an Autorität beruht vor allem auf der Furcht, dass andere Menschen mir etwas Schlechtes wollen und die Autorität mich beschützt. Dieser Glaube, z.B. an Regierung und Polizei begründet sich also darauf, dass ich Misstrauen gegenüber meinen Mitmenschen hege, gegenüber Polizistinnen und den Regierenden aber nicht.
Anarchismus will von Menschen geschaffenes hinterfragen und Fragwürdiges praktisch auf seine Notwendigkeit testen. A. will praktisch herausfinden, ob es eine Alternative gibt, ob nicht eine bessere Welt möglich ist. Anarchismus kann aber kein Blankoschein ein, um „alles zu dürfen“. Die meisten Anarchistinnen sind sich einig, dass das Ziel in den Mitteln enthalten sein muss. In den gegen die Faschisten notwendigen anarchistischen Gefangenenlagern während des spanischen Bürgerkriegs schliefen Bewacher und Gefangene in den gleichen Betten und aßen das gleiche Essen...


Wer sich näher mit den Ideen und der Geschichte des Anarchismus, des Basisdemokratie und der Selbstverwaltung beschäftigen möchte, dem ist als Einstiegswerk „Freiheit pur“ von Horst Stowasser ans Herz zu legen. Gibt’s im Internet zum legalen, kostenlosen Download unter www.mama-anarchija.net Als Buch ist es in der Neuauflage unter dem einfachen Titel „Anarchie“ erhältlich.

Wissenschaftliche Publikationen

Frost, Ursula (2006): Unternehmen Bildung. ISBN 10: 3-506-75713-X Enthält die "Frankfurter Erklärung" vom 10.Oktober 2005 zur aktuellen Bildungsreform mit 3seitiger Unterschriften und Unterstützerliste verschiedenster wissenschaftlicher ProfessorInnen und MitarbeiterInnen aus dem deutschsprachigen Raum sowie "Fünf Einsprüche gegen die technokratische Umsteuerung des Bildungswesens" Hier finden sich zum Beispiel Inhaltliche Argumente was aktuell im Bildungswesen aus "Expertensicht" schief läuft auf die man sich in einer Kundgebung berufen könnte, zum anderen finden sich in der Unterschriftenliste evtl. ProfessorInnen die bereit wären, bei einer Kundgebung ein Statement abzugeben.

Dörpinghaus, A. (2009): Bildung. Plädoyer wider die Verdummung. In: Forschung & Lehre. SUPPLEMENT, S. 3-14. Derzeit online verfügbar unter: http://www.bildungswissenschaft.uni-wuerzburg.de/team/lehrstuhlinhaber/bibliographie_ausgewaehlte_schriften/

FORUM KRITISCHE PÄDAGOGIK - Aufsätze, Beiträge und Informationen von Lehrenden http://forum-kritische-paedagogik.de/

Ökonomisierung bzw. New Public Management in der Bildung und die Rolle der Bertelsmann-Stftung bei ihrer Durchsetzung http://bertelsmannkritik.de/oekonomisierung.htm

Schulkritik und Schulrationalisierung

http://bertelsmannkritik.de/bildung.htm#rationalisierung

Universitäten als Dienstleister

http://bertelsmannkritik.de/bildung.htm#dienstleister

Anti- Bertelsmann allgemein

http://www.anti-bertelsmann.de/

Das Heidelberger Forum für kritische Theorie und Wissenschaft, welches maßgeblichen Anteil an der Idee und den Anfängen des Bildungsstreiks hat, veröffentlicht immer wieder sehr gute Texte. Hier ein paar Links dazu und zu anderen Seiten.

http://kleinervogel-v.de/forum/index.php?option=com_content&task=category&sectionid=2&id=29&Itemid=82 "Bologna-Prozess" und "Bildung(sstreik) in der Gesellschaft"

http://kleinervogel-v.de/forum/index.php?option=com_content&task=view&id=138&Itemid=25 "Jenseits des bildungspolitischen Tunnelblicks"

http://kleinervogel-v.de/forum/index.php?option=com_content&task=view&id=106&Itemid=25 "Organisierung demokratischer Bildung"

"Demokratische Hochschule"

"Bildungsstreik 2009 - Zum Verhältnis von Demokratie und Bildung"

|Wolf-Dieter Narr: "Wider die restlose Zerstörung der Universität"

Vobruba: Autonomieverluste?

"Philosophisches"

Theodor Litt ist Leiziger Philo-Prof. und Rektor gewesen, hatte sich 1938 in einem Vorwort gegen den Chefideologen der Nationalsozialisten, den Rassentheoretiker Alfred Rosenberg geäußert, ... Vortragsverbot, Vorruhestand...)

und passende Schriften publiziert, bspw.:

  • Naturwissenschaft und Menschenbildung, Heidelberg 1952
  • Das Bildungsideal der deutschen Klassik und die moderne Arbeitswelt, Bonn 1955
  • Technisches Denken und menschliche Bildung, Heidelberg 1957

Positionspapiere / Forderungen

Da wir alle gemeinsam an (irgendwie doch denselben) Forderungen arbeiten, möchte ich auf folgender Seite mal alle bereits bestehenden Positionspapiere verlinken. Ziel wäre es, diese jeweils zusammenzufassen und evtl eine Grund-Gliederung für alle Positionspapiere zu finden - um als langfristiges Ziel evtl ein (sehr kurzgefasstes) Postionspapier zu haben, dass jede Uni für sich erweitern kann. (siehe auch Diskussion)

Also haut doch mal bitte hier in die Liste die jeweiligen (Arbeitspapiere) eurer Uni plz. tnx :)

Inhaltspapier 2010

Inhaltspapier: Visionen, aktuelle Probleme und konkrete Alternativen im Bereich der Hochschulbildung


Forderungen der Studierenden zum Bildungsstreik2009

Das ist vom Sommer oder?

Ja, gilt aber weiterhin.

Weltweit ist Bildung im Wandel: Das humanistische Ideal einer zur kritischen Reflexion befähigenden, gemeinwohlorientierten Bildung wird zurückgedrängt. Stattdessen wird Bildung den Bedürfnissen des Marktes angepasst und damit selbst mehr und mehr zur Ware. Global sind es die GATS-Verträge, in Europa der Bologna-Prozess, die den Kern solcher Reformen bilden. Doch weltweit regt sich Widerstand. In diesem Zusammenhang steht der bundesweite Bildungsstreik vom 15. bis 19. Juni 2009. Deshalb fordern wir:

Soziale Öffnung der Hochschulen

  • den Abbau von Zulassungsbeschränkungen durch den Ausbau von Studienplätzen!
  • die Abschaffung von Studiengebühren und die gesetzlich verankerte Gebührenfreiheit von Bildung!
  • die finanzielle Unabhängigkeit der Studierenden – ohne Kredite!
  • die Abschaffung jeglicher Diskriminierung, auch in ihrer institutionalisierten Form gegenüber ausländischen Studierenden!

Abschaffung von Bachelor/Master in der derzeitigen Form

  • die Abkehr vom Bachelor als Regelabschluss!
  • das Ende von Verschulung, Regelstudienzeit und Dauerüberprüfung!
  • die Möglichkeit individueller Schwerpunktsetzung im Studium!
  • die tatsächliche Umsetzung der Mobilität zwischen den Hochschulen!

Demokratisierung des Bildungssystems

  • den Abbau von wirtschaftlichen Zwängen im Bildungsbereich!
  • die Mitbestimmung aller Beteiligten im Bildungssystem, u.a. durch Viertelparität in den Hochschulgremien!
  • die Einführung verfasster Studierendenschaften mit politischem Mandat in allen Bundesländern!

Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen

  • die Umsetzung freier alternativer Bildungskonzepte!
  • die Beendigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse im Bildungsbereich!
  • die Aufstockung des Lehrpersonals auf ein pädagogisch tragbares Niveau! Dazu sind in den nächsten drei Jahren mindestens 8.000 Professuren, 4.000 Mittelbaustellen und 10.000 Tutor_innenstellen neu zu schaffen!
  • die Förderung aller Studierenden statt einseitiger Elitenbildung!
  • die Einheit von Forschung und Lehre statt der Exzellenzinitiative!

Diese Forderungen werden von vielen Menschen geteilt, weil sie uns der Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung näher bringen. Für eine tatsächliche Demokratie ist unsere Forderung nach einem frei zugänglichen, öffentlich finanzierten und emanzipatorisch ausgerichteten Bildungssystem unerlässlich. Derzeit geht es durch die Ökonomisierung der Bildung in eine andere Richtung: Die Hochschulen sind zunehmend abhängig von der Wirtschaft, ihre Funktion in der Gesellschaft hat sich gewandelt. Das ist kein Zufall! Bildung wird den Gesetzen des Marktes unterworfen; Konkurrenz reproduziert soziale Ungleichheit und Verwertungslogik. Um unsere Forderungen durchzusetzen bedarf es daher letztlich gesamtgesellschaftlicher Veränderung.

Forderungen und Selbstverständnis der Schüler_innen zum Bildungsstreik2009

Selbstverständnis:

Die Situation an den Schulen ist miserabel, viel zu große Klassen, soziale Selektion und wachsender Leistungsdruck machen Schule zu einer verhassten Pflichtveranstaltung. Im November 2008 gingen bundesweit über 100.000 Schüler_innen für eine ganz andere, bessere Bildung auf die Straßen. Seitdem hat sich im Bildungssystem jedoch noch nichts verändert! Deshalb wird unser Protest auch 2009 weitergehen! Wir sind eine freie, unabhängige und überparteiliche Bewegung, welche sich die grundlegende Veränderung des maroden Bildungssystems zum Ziel gesetzt hat. Wir setzen uns zusammen aus lokalen Bündnissen, welche sich bundesweit koordinieren. Wir solidarisieren und Vernetzen uns mit Schüler_innen, Studierenden, Auszubildenden, Lehrer_innen, Eltern und allen anderen Bewegungen, die sich für eine bessere Bildung einsetzen!

Forderungen:

  • Eine Schule für Alle – Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
  • Kostenlose Bildung für Alle
  • Mehr Lehrer_innen, kleinere Klassen
  • Beendet den Einfluss der Wirtschaft auf die Schulen!
  • Gegen Schulzeitverkürzung! Wie dem G8-Abitur!
  • Schluss mit Repressionen gegen Schüler und Schülerinnen
  • Für eine Demokratisierung des Bildungssystems!

Kritik am Bildungsstreik

Das Elend der Studierenden-Proteste - Zur Kritik am Bildungsstreik->http://linksunten.indymedia.org/de/node/14038

Kritik des Bildungsstreiks = Kritik der Verhältnisse (u.A. mit “Über das Elend im Studentenmilieu” von der Situationischen Internationalen (1966) und “Theorie der Halbbildung” von T.W. Adorno)[1]

Der “Bildungsstreik” und die Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften [2]

Die gute Studigemeinschaft fordert – Vater Staat, rette die reine Bildung gegen das böse Abstrakte [3]

Lernen bis zum Umfallen – Der Bildungsstreik will nicht mehr als nettere Verwertungszusammenhänge, das ist der geringste Grund ihn abzulehnen [4]

Der Bildungsstreik redet von den Zuständen an den Universitäten, wir wollen über die Zustände im Bildungsstreik reden [5]

We Don’t Need No Education [6]

Entwurf einer Diskussionsgrundlage über Grundelemente des (bundesweiten) Bildungsstreik

Liebe Streikgemeinde,

seit dem ersten bundesweiten Bildungsstreik Treffen in Kassel, im Dezember 2008, gibt es verschiedene Punkte, die Organisierung von uns – also den unterschiedlichsten Aktiven, lokal und bundesweit, betreffend, die wir als irreduzible Grundelemente des (bundesweiten) Bildungsstreik bezeichnen würden. Diese Grundelemente die wir im folgenden aufführen, waren unserer Meinung nach von Anfang an, mehr oder weniger Konsens - und dadurch ein Konsens mit Kontinuität. Dieser Konsens mit Koninuität wird und wurde durch verschiedene Entwicklungen unserer Ansicht nach in Frage gestellt.

Es versteht sich natürlich von selbst das alles folgende unserer subjektiven Erfahrung als Aktive im Bildungsstreik entspringt. Wir erhoffen uns, mit den folgenden Zeilen, positiv auf zum Teil unschöne, unsolidarische und fragwürdige Entwicklungen im Bildungsstreik einzuwirken! Diese sind unsere Meinung nach vor Allem: Das letzte Bildungsstreik Treffen Bielefeld, Debatten auf dem Verteiler, unser Umgang mit (Massen)medien, Plenas, teilweise fehlende Basisdemokratie, Einfluss von Gruppen oder Parteien, der Gipfel mit Schavan und eine fehlende Strategie, die Debatte um NRW, Selbstbestimmung/ Autonomie, das Label/ Image des Bildungsstreik, ... .

solidarische und liebe Grüße Timotheus Obertshausen, Tilmy Hamburg, Felix Heidelberg

Entwurf als Diskussionsgrundlage:

Der folgende Text ist in drei Teile gegliedert:

Teil 1. Grundelemente des (bundesweiten) Bildungsstreik Teil 2: Widersprüche und Infragestellung der Grundelemente Teil 3: Wie weiter

Teil 1: Grundelemente des (bundesweiten) Bildungsstreik (Die Reihenfolge ist mehr oder weniger Zufall, Punkt a) erachten wir daher nicht zwingend wichtiger als Punkt (h.

a) Bildung und Gesellschaft Der BS zielt darauf lokal, bundesweit, europaweit, global in die bestehende Organisiertheit von Bildung zu intervenieren. Dabei ist Konsens, dass Bildungsfragen automatisch auch Gesellschaftsfragen sind. Bildung und Gesellschaft lassen sich daher bei unserer politischen Aktion und Intervention nicht getrennt von einander betrachten. b) Selbstbestimmung Selbstbestimmung ist mehr als eine zentrale Forderung des BS, (extern) gerichtet an die jeweiligen Obrigkeiten, die ohne unser Einvernehmen über Dinge entscheiden die uns und andere direkt betreffen. Selbstbestimmung ist vor Allem ein (teilweise noch zu erreichender) Zustand indem wir (intern) unser Denken und Handeln nicht von äußeren Zwängen und Einflüssen leiten lassen. Wir wollen unser Denken und Handeln (politische Praxis) alleine an unseren Überzeugungen, Diskussionen, Konsensus orientieren.

c) Autonomie ähnlich wie b) Selbstbestimmung, wobei hier eher die Unabhängigkeit der einzelnen Akteur_innen des BS untereinander betont wird.

d) Personenbündnis/Vernetzung von Aktivist_innen Die Aktiven im (bundesweiten) Bildungsstreik verstehen sich als Mitglieder_innen eines Bündnises bestehend aus Einzelpersonen. Dies findet in bewusster Abgrenzung zu anderen gesellschaftlichen Organisationen und Parteien statt. Jede Einzelperson hat gleiches Stimmrecht bzw. Einfluss auf sämtliche Entscheidungsprozesse (siehe auch Punkt g) Ideal: Hierarchiefreiheit). [Die Tatsache, dass manche Personen (un) bewusst als Vertretung einer lokalen bzw. einer sonstigen Gruppe in Erscheinung treten und sich dadurch einen größeren Einfluss auf Entscheidungsprozesse erhoffen, widerspricht diesem Grundsatz und muss offen gelegt und gegebenenfalls verhindert werden. ] Der Bundesweite Bildungsstreik und die bundesweiten Treffen dienen der Vernetzung und Unterstützung von Einzelpersonen. Die jeweiligen Einzelpersonen können in regionalen Bündnissen organisiert sein – müssen es aber nicht.

e) Dezentralität Die Aktiven im (bundesweiten) Bildungsstreik handeln nach der Überzeugung, dass ausschließlich lokale Bündnisse, Gruppen und Einzelpersonen entscheiden können welche (Bildungs-) Politik für sie am besten ist. Alle bundesweiten Entscheidungen (d.h. Entscheidungen die auf bundesweiten Bildungsstreik Treffen gefällt werden) die lokale Bündnisse, Gruppen und Einzelpersonen betreffen, einschränken, nach außen „für sie sprechen“ oder in irgendeiner Form den Anspruch haben die lokalen Bündnisse, Gruppen und Einzelpersonen zu repräsentieren, widersprechen diesem Grundsatz und sollten daher vermieden bzw. verhindert werden.

f) Demokratisierung Der (bundesweite) Bildungsstreik zielt extern darauf Bildung und Gesellschaft zu demokratisieren. Ohne Demokratie ist unserem Vertändnis nach keine Bildung nach unserem Begriff möglich und keine Gesellschaft erstrebenswert. Alle bestehenden Hindernisse die Demokratie verhindern sind Ziel unserer kritischen Theorie und Praxis, also Ziel unserer pluralen Aktionsformen (Grundelement k)) Demokratie ist aus unserem Verständnis gleichzusetzen mit der Art wie wir uns organisieren und wie wir Entscheidungen fällen. Das heißt: selbstbestimmt, autonom, dezentral, hierarchiefrei, emanzipatorisch, selbstreflexiv und ohne Unterdrückung von minder oder „nicht anwesenden“ Meinungen.

g) Ideal: Hierarchiefreiheit Im (bundesweiten) Bildungsstreik gibt es keine formellen Hierarchien, das heißt keine Hierarchien die strukturell von uns erzeugt oder geduldet werden. Hierarchien sind Positionen oder sonstige Stellungen bzw. Handlungen von Einzelpersonen oder Gruppen, die Einzelpersonen oder Gruppen dazu befähigen größeren Einfluss auf Entscheidungen und dessen politische Ausrichtung zu haben als jede beliebige Einzelperson. Hierarchien bedeuten aus unserer Sicht auch Macht und Unterdrückung von Meinungen und Menschen. Informelle Hierarchien und sind im (bundesweiten) Bildungsstreik sehr wohl vorhanden. Diese entstehen durch Charisma (Kontakte), „Sitzfleisch“ (rein praktisch stärker bei Gruppen als bei Einzelpersonen vorhanden), Rethorik, falsch angewandte Basisdemokratie, sowie durch privilegierten Zugang zu Geldquellen, Informationen, Kontakten. Der Einfluss von formellen und informellen Hierarchien auf den (bundesweiten) Bildungsstreik (intern) ist ähnlich und muss von allen Aktiven insbesondere durch Berücksichtigung von Dezentralität, Basisdemokratie und Selbstreflexion verhindert werden. Extern ist unser Ziel sämtliche (versteckte) formelle informelle Hierarchien aufzudecken, anzugreifen und aufzubrechen.

h) Emanzipatorisch Unsere pluralen Aktionsformen und unsere politische Praxis hat zum Ziel uns als Aktive nach Innen und nach Außen in die Lage zu versetzen, dass wir uns innerhalb der Gesellschaft, dem Bildungssystem und dem Bildungsstreik selbst, selbst von Zwängen befreien können. Die Freiheit wird verhindert oder eingeschränkt bzw. Zwänge entstehen durch: (materielle) Zwänge, Unterdrückung (Herrschaft) , jede Art von Benachteiligung, Hierarchie, Rassismus, Nationalismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie etc aber auch durch scheinbar banale „Nachteile“ wie Schüchternheit oder fehlende Redegewandtheit. Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen Emanzipation auch für Menschen zu erkämpfen die nicht zum Bildungsstreik gehören, wobei wir nicht für diese sprechen oder entscheiden können.

i) Selbstrefelexion Unsere politische Zusammenarbeit die auf Basisdemokratie, Emanzipation, Dezentralität, Parteienunabhängigkeit, Selbstbestimmung, Hierarchiefreiheit, etc. basiert ist nicht davor gefeit, eben diese selbstgegebenen Grundelemente zu verletzen – auch und vor Allem dadurch weil wir nicht weniger wollen als die Bildung und Gesellschaft grundlegend zu verändern. Unsere Ideale (Grundelemente) sind in der Regel nicht Teil der Gesellschaft in der wir sozialisiert wurden sondern wir müssen es häufig erst selbst lernen nach diesen Grundelementen zu leben und (politisch) zu arbeiten. Selbstreflexion, also kritisches Hinterfragen, Überprüfen der eigenen politischen Theorie und Praxis ist demnach selbst politisch und daher untrennbar mit dem Bildungsstreik verbunden.

j) Parteienunabhängigkeit. Unabhängigkeit von sonstigen Organisationen oder Gruppen Der Bildungsstreik ist keine Partei, keine sonstige „gewöhnliche“ Organisation, keine bürgerliche Gewerkschaft. Nach Innen und nach Außen tritt der Bildungsstreik demnach nicht wie eine Partei o.ä., politisch in Erscheinung. Es gibt keine Sprecher_innen, Hierarchien (im Idealfall), Privilegien und auch kein Wahlprogramm. Genoss_innen aus dem Bildungsstreik sind gleichberechtigte Einzelpersonen, die sich emanzipatorisch und selbstreflexiv begegnen. Wir sind nicht „käuflich“ oder passen unsere Inhalte oder unser Auftreten automatisch an etablierte Diskurse an. Mitglieder_innen aus Parteien die im Bildungsstreik aktiv sind oder werden wollen, sind willkommen, jedoch als Einzelpersonen ihrem Gewissen und keinem Parteibuch verpflichtet. Sie sind keine delegierte Vertreter_innen o.ä.. Aktive aus dem Bildungsstreik legen ihre Parteienzugehörigkeit oder sonstige Gruppenzugehörigkeit gegebenenfalls offen dar. Versuchen Parteien oder sonstige Gruppen (dies können auch lose oder feste Freundschaftsverbindungen also „Klüngel“ sein) durch „geheime“ Absprachen und durch Parteien oder Gruppenzwang Einfluss auf die politische Ausrichtung des Bildungsstreik oder auf sonstiges zu nehmen, führt dieses grob antiemanzipatorische Verhalten dazu, dass ein wesentliches Grundelement vom Bildungsstreik verletzt wird. Dies schadet der Bewegung und soll durch Selbstreflexion und kritische Praxis verhindert werden.

k) plurale Aktionsformen Wir unterstützen alle Aktionsformen des zivilen Ungehorsams die zum Ziel haben Bildung und Gesellschaft zu verändern. Wir sind untereinander solidarisch wenn einzelne Aktive andere Aktionsformen wählen als jede_r Einzelne.

l) Basisdemokratie http://www.unserebildung.de/wiki/Inhaltliches#Konsens_und_Basisdemokratie

Warum Grundelemente zentral? ....

Teil 2: Widersprüche und Infragestellung der Grundelemente:

Das letzte Bildungsstreik Treffen Bielefeld, Debatten auf dem Verteiler, unser Umgang mit (Massen)medien, Plenas, teilweise fehlende Basisdemokratie, Einfluss von Gruppen oder Parteien, der Gipfel mit Schavan und eine fehlende Strategie, die Debatte um NRW, Selbstbestimmung/ Autonomie, das Label/ Image des Bildungsstreik, ... .

Teil 3 Wie weiter?

Vorgehensweise für den Kritik-Reader

Die (um konkret anzufragende Personen aus Bündnis-Mitgliedern erweiterte) Forderungen-Gruppe arbeitet die Forderungen detaillierter aus, Rückmeldungen bis spätestens zum 15. Mai, dann kann der Entwurf in der Forderungen-AG als Grundlage dienen und schließlich auf dem Bildungsstreiktreffen im Mai diskutiert werden, wo auch die Beiträge für den Kritik-Reader vorliegen müssen. Bis Ende Mai kann dann das Layout gemacht werden, damit im Juni spätestens der Reader fertig vorliegt.

Der Reader soll dann sowohl komplett also auch nach Kapiteln getrennt herunterladbar sein und dezentral gedruckt werden.

Die (noch zu ergänzende) Themensammlung für den Kritik-Teil, die ein möglichst breites Spektrum kritischer Texte abdecken soll. Bitte macht in den entsprechenden Unterseiten Vorschläge:

Anti-Repressionsarbeit

"Wer sich mit dem Tiger anlegt, kann später nicht behaupten, sie/er wollte nur mit der Katze spielen!"

http://akantirep.co.cc (Seite des Arbeitskreises "Antirepression" im Bildungsstreik)

Hier im Wiki zum AK Antirepression

Spendenkonto

Das Spendenkonto wurde eingerichtet, um für Kosten der Antirepressions-Arbeit (Anwälte, Gerichtsprozesse, Geldbußen. Gegenöffentlichkeit) vor, während und nach dem Bildungsstreik 2009 aufzukommen. Dort, wo es brennt bzw. gebrannt hat, wird es sicher dringend benötigt!

Konto: Rote Hilfe e.V. Göttingen Kto-Nr.: 13 50 20 BLZ 250 500 01 Sparkasse Göttingen Verwendungszweck: Bildungsproteste (bitte bei jeder Überweisung angeben!)

Veranstaltet Solipartys, sammelt in eueren Einrichtungen, überweist viel – damit Menschen, die Repressionen ausgesetzt sind, nicht alleine gelassen werden.

Solidarität mit den betroffenen Bildungsaktivist_innen!

Erreichte Ergebnisse

Abschaffung der Anwesenheitspflichten

in:

  • Potsdam
  • Münster
  • ...

Mehr zu Anwesenheitslisten, wie z. B. den rechtlichen Grundlagen und was anderswo erreicht wurde, siehe hier: Anwesenheitslisten

Änderungen bei Studienordnungen

Mitbestimmung

Alibi-Veranstaltungen wie Bologna-Gipfel und Bologna-Tage an den einzelnen Hochschulen

In Schulen

Persönliche Werkzeuge